Tellerrand

Bake it til you make it!

Beim Anblick unseres Titelbildes hat bestimmt jeder von euch das Gefühl: Diese Frau kenn ich doch! Melissa Forti war schon in der TV-Show „Kitchen Impossible“ zu sehen und backte sich sofort in die Herzen der Zuschauer. Wir haben Melissa auf ein Stück Tiramisu-Kuchen getroffen und finden: Von dieser Frau kann man sich wirklich ein (Torten)Stück abschneiden!

Mutti: Wie bist du zum Backen gekommen?

Melissa: Ehrlich gesagt, war ich aus irgendeinem Grund immer eingeschüchtert, wenn es ums Backen ging. Ich liebte es leckeres Essen zu kochen, aber ich dachte: Einen Kuchen werde ich niemals backen!“ Das kam mir vor, wie eine Wissenschaft für sich. Aber jetzt weiß ich: Das ist es gar nicht! Oder zumindest nicht für mich. Also backte ich mir meinen Lebensweg und fand die Philosophie meines Geschäftes…

Mutti: Was ist deine schönste Backerinnerung?

Melissa: Es gibt keine bestimmte Erinnerung. Jeder Tag ist schön, an dem meine Kunden lächeln, wenn sie meinen Kuchen essen. Es ist mir so eine Freude, einen Moment des Glücks und des Friedens anbieten zu können. Das erinnert mich ständig daran, wie zufrieden ich mit dem sein kann, was ich habe.

Mutti: Wie kamst du dazu eine Konditorei mit Teestube im beschaulichen Sarzana zu eröffnen?

Melissa: Nach rund 4 Jahren Backen, erschien es mir als einzig richtige Entscheidung. Mittlerweile sind wir bereits einmal umgezogen, um uns räumlich zu vergrößern. In meinem ersten Laden konnten die Kunden meine Produkte nur mitnehmen. Viele wollten aber mehr Zeit mit uns verbringen und eine Tasse Tee oder Kaffee in Gesellschaft trinken. So wurde die Idee für Melissa’s Tea Room & Cakes geboren. Ich wollte meinen Gästen einfach mehr bieten. Meine Mutter sagte mir neulich, dass ich als kleines Mädchen ständig gesagt hätte, dass ich meine eigene Teestube aufmachen werde, wenn ich groß bin. An diese Aussage kann ich mich selbst nicht erinnern, aber es traf tatsächlich ein. Das kann nur Schicksal sein!

Mutti: Einen deutschen Koch kennst du besonders gut: Tim Mälzer. Er schick seinen Kollegen Tim Raue im Zuge des TV-Formats Kitchen Impossible in deine Teestube. Wie hast du das ganze erlebt?

Melissa: Tim Mälzer ist seit vielen Jahren ein guter Freund von mir. Er kam zu mir nach Hause und verbrachte viel Zeit mit uns. Tim hat im Laufe der Jahre mein berufliches Wachstum miterlebt und immer sehr an mich geglaubt. Dann schickte er mir plötzlich Tim Raue, es war so eine Ehre ihn zu treffen.

Mutti: Wie war die Zusammenarbeit?

Melissa: Es war so eine Ehre für mich Teil dieses Formats zu sein. Ich war nicht nur von guten Freunden umgeben, ich durfte auch die gesamte Kitchen Impossible Crew kennenlernen. So viele absolut unglaubliche Menschen, mit denen man ständig so viel Spaß hatte. Außerdem konnte ich Deutschland so besser kennen und lieben lernen. Danke für die Wertschätzung die ihr mir entgegenbringt!! VIELEN DANK!!

Mutti: Was empfiehlst du absoluten Backanfängern beziehungsweise Leuten, die nicht so gerne backen, wie Tim Mälzer?

Melissa: Hahahaha !!! Nicht so gerne backen, wie Tim?! Hahahaha !!! Als Hobbybäcker sollte man immer Spaß bei der Arbeit haben. Backen ist ein Akt der Liebe und dementsprechend ist es schon etwas ganz Besonderes. Wenn man dann noch mit Herzblut an die Sache geht, wird es umso besser. Ein Kuchen muss nicht direkt perfekt aus dem Ofen kommen. Durch dekorieren und anpassen, kann man vieles retten. Was zählt, sind hochwertige Zutaten, eine solide Technik und viel Spaß. Also würde ich sagen: Fleißig die Basics lernen und einfach die Fahrt genießen!

Mutti: Was macht eine gute Torte für dich aus?

Melissa: Ein guter Kuchen zeichnet sich durch eine ausgewogene Kombination aus Geschmack und Konsistenz aus. Süß, aber nicht zu süß muss er sein. Außerdem muss es immer einen sauren Gegenspieler geben. Eine knusprige Textur eignet sich hervorragend für Schokoladenkuchen (eventuell mit Nüssen), und ein sanfter Zuckerguss verleiht dem Kuchen ein höheres Maß an Perfektion.

Mutti: Welche Tipps und Tricks hast du auf Lager, damit eine Torte wirklich gelingt?

Melissa: Den Kuchenteig immer nur vorsichtig verrühren, um eine möglichst zarte Textur zu bekommen. Und den Kuchen niemals zu lange backen. Lieber etwas früher herausnehmen und eine cremige Konsistenz erhalten. Nicht das der Kuchen zu trocken wird!

Mutti: Was darf deiner Meinung nach nie bei einer Torte fehlen?

Melissa: GESCHMACK! Das Schlimmste was passieren kann ist, dass eine Torte nach nichts schmeckt. Also habt keine Angst vor zu viel Zitronen- oder Limettenschale. Davon kann man nie genug hinzugeben, denn sie sorgen für ein schmackhaftes Aroma. Mit Likör muss man allerdings vorsichtig sein. Zuviel davon kann das ganze Endergebnis ruinieren.

Mutti: Was würdest du niemals in einen Teig geben?

Melissa: Zunächst einmal würde ich einen Kuchenteig nie ohne Abschmecken in den Ofen geben. Sonst hat man freie Bahn, es gibt so viele Geschmackskombinationen, da sind der Kreativität wirklich keine Grenzen gesetzt.

Mutti: Wie verzierst du deine Kuchen am liebsten?

Melissa: Einfach, echt und hübsch!

Mutti: Hast du ein Lieblingsrezept?

Melissa: Oh, soooooo viele! Es ist so schwer ein bestimmtes zu nennen. Das ist so als würde man eine Mutter fragen, welches ihrer Kinder sie am meisten liebt. Ich empfinde für all meine süßen Sünden dasselbe. Meine Kuchen sind wie meine Babys. Aber ich muss zugeben, dass ich eine Schwäche für Ricotta-Kuchen habe… 😉

Interview: Samantha Schwabe

 

 

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Baked with love...

Immer wieder sonntags kündigt sich Mutti als Gast an deinem Kaffeetisch an? Mit dem Backbuch „Dolci, Tartes und zauberhafte Kuchen backen“ von Melissa Forti, wirst du ihr nicht nur ein unvergessliches Geschmackserlebnis bereiten, auch dem kulinarischen Kurztrip in Richtung Italien steht nichts mehr im Wege. Von Rosen Madeleines über italienischen Möhrenkuchen. Ein Hoch auf die Kaffeezeit!! Erschienen im Prestel Verlag, 32 €
S. 98-99 Tiramisu-Torte

Rezept für

Tiramisutorte à la Melissa Forti